Erste Eindrücke zum HTC Magic von Vodafone

Ich bin nun seit ca. 4 Wochen im Besitz eines neuen Handyvertrages bei Vodafone inklusive des HTC Magic und bis jetzt hat das Gerät meine Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen.

Dieser Beitrag soll nun meine ersten Eindrücke dokumentieren. Wer mir auf Twitter folgt, hat sicher schon das ein oder andere mitbekommen…

Grundsätzlich hat sich der positive Eindruck der ersten Tage nun nach den ersten Wochen noch mehr gefestigt. Sicherlich nicht unschuldig daran ist Android als Handy-Betriebssystem von Google.

Da ich seit ca. einem Jahr bereits einen iPod touch der ersten Generation besitze und auch beruflich viel Kontakt mit Windows Mobile Smartphones habe, kann ich hier die 3 Welten miteinerander vergleichen.

Zuerst zum Betriebssystem: Android von Google. Meiner Meinung nach hat Android enormes Potenzial und wird dafür sorgen, dass Apple sich mit seinem iPhone warm anziehen muss. Microsoft ist davon sowieso noch Welten entfernt, selbst mit Windows Mobile 6.5.

Bedienkonzept

Android merkt man an, dass es von Grund auf mit Fokus auf Usability und Bedienung mit dem (dicken) Finger entwickelt wurde. Genauso wie bei Apple gibt es keine kleinen Bedienelemente sondern alles ist gut, auch während des Laufens, mit dem Finger zu bedienen. Außerdem kann man in den Einstellungen noch das taktile Feedback (zusätzlich zu akustischem Feedback) aktivieren, was einen kurzen Brumm bei Druck auf die Bildschirmtastatur auslöst. Ungaublich, wie stark das die Tippgenauigkeit verbessert. Soweit mir bekannt ist macht das RIM seit ein paar Modellen auch bei den Blackberrys. Toll!

Wer danach wieder ein Windows-Gerät in die Hand bekommt und z.B. bei HTC die Touch-Flo-Oberfläche verlässt, sieht sich gezwungen entweder den Fingernagel oder den Stylus einzusetzen, z.B. zum Scrollen oder zum Schließen eines Programmes. Furchtbar 😉

Auch super ist die “Zurück”-Taste, die wirklich immer einen Schritt zurück geht. Z.B. im Browser eine Seite zurück oder wenn man aus I Tweet heraus einen Link geöffnet hat wieder zurück nach I Tweet usw. Eine hervorragende Ergänzung des Bedienkonzeptes…

Integration in die Google-Welt

Google-Fans wie mich werden sich freuen: nach der Eingabe der Google-Account-Daten werden sofort Kontakte, Mails und Kalendereinträge synchronisiert. Einmal aktiviert möchte man das Feature nicht mehr missen. Momentan scheitert es bei mir noch am Abgleich mit den geschäftlichen Kalendereinträgen aus Outlook aber in Asien und Kanada wird das Gerät mit Exchange-Unterstützung ausgeliefert werden und sicherlich kommt man irgendwie an die Firmware. Bis dahin werden die Einträge manuell nachgepflegt. Nettes Detail: wenn man im Google Kalender mehrere Kalender nutzt (auch die von Kontakten freigegebenen!) sieht man diese ebenso getrennt auf dem Gerät. Super!

Die GMail-Applikation ist auch super. Labels und Konversations-Ansicht sind ebenso vorhanden wie automatisches Auflösen der Kontakte bei Eingabe des Namens à la Auto-Suggest.

Natürlich darf die Google-Suche nicht fehlen. Direkt auf dem “Desktop” hat man ein Google-Widget, das einen sogar mit Autosuggest unterstützt. Der eingebaute Webbrowser basiert wie der iPhone-Browser auf Webkit und liefert daher vergleichbare Ergebnisse – auch hier hat Windows Mobile “noch Potenzial”.

Andere Schmankerl

Das Betriebssystem ist äußerst stabil, kein Vergleich zu Windows Mobile. Außerdem werden im Gegensatz zu Apple Hintergrund-Applikationen zugelassen. So ist man z.B. dauernd in Google Talk online oder lässt seinen Twitter-Clienten aktiv. Über die sog. Notifications hat man jederzeit Überblick über neue Mails, Tweets oder z.B. Podcasts die man mit Beyond Pod per Taskplaner heruntergeladen hat. Die Internetverbindung ist ständig vorhanden und wird transparent zwischen Mobilfunk oder WLAN gewechselt. Per Default ist die Datenverbindung bei Roaming deaktiviert, diese lässt sich jedoch jederzeit wieder aktivieren. Wenn mal ein Programm abstürzt erfährt man dies über eine Fehlermeldung und das Programm wird auf Wunsch neu gestartet. So soll es sein.

Google hat natürlich an Location Based Services gedacht und die Positionierung über GPS, Mobilfunk oder WLAN transparent integriert. Es funktioniert erstaunlich gut.

Anwendungen können sich für bestimmte Protokolle registrieren und so kann man z.B. ohne Probleme ein Bookmark aus dem Browser an Beelicious senden.

Die Verfügbarkeit des vorbildlich dokumentierten SDK für lau inkl. der verwendeten Open Source Lizenz sind natürlich ein schlauer Schachzug von Google. Bereits jetzt gibt es meinem Eindruck nach so viele Apps im Market (der bei Microsoft auch noch fehlt!) wie bei Apple. Neben einer Menge nützlichen kostenlosen Programmen gibt es auch schon einige kostenpflichtige, die, wie sollte es anders sein, problemlos über Google Checkout gekauft werden können. Hier wird in den nächsten Monaten noch kräftig neuer Inhalt dazukommen, da bin ich mir sicher. Java-Progammierer gibt es viele! Apple mit seinem NDA und der Einstiegsgebühr von 100 US$ für Entwickler wirkt dagegen wie von einem anderen Stern.

Der Android-Emulator ist auch Bestandteil des SDK und lief vorhin bereits erfolgreich auf meinem Eee PC unter Ubuntu. Mich juckt es ja gerade richtig, für Android zu entwickeln – bloß die Idee fehlt noch 😉

Und das Beste: Android kann Copy&Paste.

Hardwareausstattung

Doch nun zurück zum HTC Magic. Die Verarbeitung ist sehr gut. Der großekapazitive  Touchscreen ist schön hell und die Bedienung klappt aufgrund der hohen Empfindlichkeit hervorragend. Eine weitere Eingabemöglichkeit stellt der “Blackberry”-Trackball dar, den ich mittlerweile auch nicht mehr missen möchte.

Die Qualität des eingebauten Lautsprechers überzeugt. Für den abendlichen Konsum von Chaosradio Express oder Mobilemacs reicht das voll und ganz aus 😉

Der eingebaute GPS-Empfänger ist durch die Nutzung von A-GPS innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit und wird durch einen digitalen Kompass ergänzt. Ein Neigungssensor dient für die übrigen Spielereien, z.B. Drehen des Displays. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber Apple: die Drehung ist abschaltbar. Dafür bin ich als “im Bett Leser” sehr dankbar.

Die Akkulaufzeit ist für ein Smartphone mit ständiger Internetverbindung in Ordnung. Mein Handy wird sowieso jeden Abend geladen aber ich gehe davon aus, dass ich mit einiger Disziplin (kein UMTS, Display dunkler stellen) ca. 2 Tage ohne Steckdose überleben könnte.

Vodafone

Als langjähriger T-Mobile-Business-Kunde war ich guten Kundenservice gewohnt und hatte daher hohe Anforderungen. Bis jetzt waren alle meine Anrufe bei der Vodafone-Hotline (kostenlos!) erfolgreich und äußerst positiv. Jedes Mal freundliche und kompetente Mitarbeiter, die mir immer weiter helfen konnten. Ich hoffe, das bleibt so 🙂

Die Schaltung meiner Zuhause-Nummer dauerte ganze zwei Minuten statt wie angekündigt 24 Stunden und auch mein Zuhause-Bereich wurde anstandslos vergrößert, nachdem ich Empfangsprobleme gemeldet hatte.

Fazit

Bis jetzt ist das HTC Magic das beste Handy was ich jemals hatte und ich kann es wärmstens weiter empfehlen. Oder einfach warten, dieses Jahr sollen schließlich noch bis zu 18 Android-Geräte auf den Markt kommen. Ich bin sehr gespannt was uns da noch erwartet!

Sicherlich habe ich einiges vergessen aber das werde ich bestimmt in weiteren Artikeln nachliefern.

Was ich noch vergessen habe

Update (01.06.2009, 11:04 Uhr):  Mir fiel gerade noch ein, dass ich nun auch endlich kein iTunes mehr unter Windows-XP in der Virtualbox benötige, um Musik auf das Gerät zu kopieren. Bei vorhandener USB-Verbindung kann man die Dateifreigabe einfach über den Notifications-Bereich aktivieren und das Gerät meldet sich als Wechseldatenträger.

Bei der Musikapplikation und der Bildergalerie ist es völlig egal wo auf der Speicherkarte die Daten abelegt werden. Android indexiert die Daten und zeigt z.B. bei MP3s eine Übersicht nach Album, Interpret, Titel und Playlist an. Hervorragend!

Update (11.06.2009, 18:51 Uhr): ich habe den Part mit dem Touchscreen überarbeitet, da das HTC Magic auch einen kapazitiven Touchsceen hat, genauso wie das iPhone oder der iPod touch.

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6 comments

  1. Danke für deinen Bericht. Mal sehen wie sich der Markt weiterentwickelt. Ich bin gespannt.
    Mit welchen Programmiersprachen kann man den unter Android programmieren. Nur Java?

  2. @ff
    Mit etwas Aufwand lassen sich auch Programme für die Dalvik VM vorbereiten, die in anderen Sprachen als Java geschrieben wurden. Sie müssen lediglich die Java Plattform benutzen.

    So gibt es bspw. schon Erfolgsmeldungen mit Scala, JRuby usw. Offiziell wird in der Android Spec allerdings nur Java als Programmiersprache unterstützt.