Android-Crashkurs

Mit diesem Artikel möchte ich versuchen, alle Dinge kurz anzusprechen, die man als Android-Neuling beachten muss. Ich nutze das Desire HD mit HTC Sense, aber den Großteil der Anleitung kann man natürlich auch mit “normalem” Android nachvollziehen. Außerdem gibts am Ende noch ein paar Programm-Empfehlungen.

Grundlagen der Bedienung

Alle “Featurephone”-Umsteiger werden sich erst an den Touchscreen gewöhnen müssen – das geht aber so schnell, dass man gar kein anderes Handy mehr bedienen möchte.

Mit den Hardwaretasten (beim Desire HD nur noch als Touch-Tasten ausgeführt) kommt man zurück zum Homescreen, ruft das Menü auf, geht eine “Ansicht” zurück oder ruft die kontextabhängige Suchfunktion auf. Kontextabhängig deswegen weil man z.B. im Homescreen die geräteweite Suche aktiviert, in den Kontakten nur die Kontaktsuche, im Market nur die Suche nach Apps usw. Ein langer Druck auf die Home-Taste aktiviert eine Art Task-Manager, mit dem man schnell zwischen den zuletzt aktiven Programmen wechseln kann. Ein langer Druck auf die Menü-Taste blendet die Tastatur nach Bedarf ein oder aus, allerdings geschieht dies automatisch wenn man ein Textfeld anwählt.

Ein “Touch” auf den Bildschirm aktiviert die gewählte Aktion und ein langer Druck das jeweilige Kontextmenü. So kann man z.B. Text kopieren und einfügen. Außerdem kann man mit “drücken und halten” Drag&Drop-Aktionen ausführen.

Google-Account

Der Google-Account ist sozusagen das Herzstück. Man kann die Android-Geräte auch ohne Google-Account verwenden, jedoch macht es erst mit Account richtig Spaß. Beim initalen Setup wählt man normalerweise zuerst den Provider aus (bei ungebrandeten Handys), konfiguriert die Synchronisation über “Mobilfunk” oder über “WLAN und Mobilfunk” (Achtung, nur mit Datentarif!) und meldet sich danach mit seinem Google-Account an. Das ist eine @googlemail.com oder @gmail.com-Mailadresse oder ein Google-Apps-Account.

Das Handy synchronisiert nach erfolgtem Login alle Kontakte, E-Mails und Kalender dieses Accounts. Außerdem wird dieser Account für die Anmeldung in Google Talk (Talk einmalig starten), Market und Google Latitude verwendet. Um an Latitude teilzunehmen muss man in der Maps-App im Menü den Eintrag “An Latitude teilnehmen” auswählen.

Bei HTC Sense kann man direkt im Setup noch weitere Accounts verknüpfen: Facebook und Flickr. HTC Sense aggregiert dann alle Kontaktdaten aller Accounts und zeigt jede Person somit nur einmal an. Das ist ein nettes Feature, so hat man z.B. Kontaktbilder aus Facebook und kann über den Kontakt der Person deren Flickr-Bilder betrachten.

Der HTC Sense Account selbst ist meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig, aber entscheidet selbst.

Homescreen und Programme

Der Homescreen beim Desire HD hat 7 verschiedene “Desktops”, die man durch Wischen mit dem Daumen nach rechts oder links erreichen kann. Mit einem “Pinch Zoom” (zwei Finger von außen nach innen ziehen) bekommt man eine Übersicht über alle Desktops. Auf diesen Desktops lassen sich Programmverknüpfungen oder Widgets platzieren. Hier unterscheidet sich Android gravierend von den iOS-Geräten, die standardmäßig nur mit einem Launcher arbeiten und das Konzept von Widgets noch nicht kennen. Verknüpfungen zu Programmen erstellt man ganz einfach, indem man den Launcher mit dem Symbol ganz links (Pfeil nach oben) aktiviert, das gewünschte Programm lange antippt, festhält und auf dem gewünschten Desktop wieder fallen lässt.

Die sogenannte Notification Bar am oberen Bildschirmrand (vergleichbar mit dem Systray unter Windows) listet alle aktuellen Benachrichtigungen auf. Man öffnet sie, indem man sie mit einem Wisch “herunterzieht”.

Tipp für den Anfang: Öfter mal die “Menü”-Taste drücken, häufig verstecken sich dort nützliche Funktionen.

Taskkiller und Multitasking

Häufig haben gerade die Umsteiger von Windows-Phones das Bedürfnis, in das Speichermanagement ihres neuen Android-Phones mit sog. Taskkillern einzugreifen. Bei Windows Mobile war es häufig so, dass der Speicher durch laufende Programme zugemüllt wurde und das Gerät irgendwann nur noch sehr zäh reagierte. Es gibt im Market die ein oder andere App dafür, allerdings wird von der Verwendung abgeraten. Android ist ein gutes Betriebssystem und kann sich um diese verantwortungsvolle Aufgabe selbst kümmern. Ein Eingriff in die Speicher- und Task-Verwaltung hat u.U. nur negative Auswirkungen. Ich habe ja schon mal darüber geschrieben.

Grundsätzlich können Programme (sog. “Services”) im Hintergrund laufen. Dies ist dann über ein Symbol in der Notification Bar erkennbar. Laufende Programme, die man über einen Klick auf die “Home”-Taste oder die “Zurück”-Taste verlässt, werden nach kurzer Zeit vom Betriebssystem eingefroren und können ihren Zustand bei einem erneuten Start oder Wechsel über einen langen Druck auf die “Home”-Taste wiederherstellen. Diese Programme verbrauchen keinen Strom!

Wenn man sehen möchte, was den Akku belastet, findet man unter Einstellungen -> Telefoninfo -> Akku -> Akkuverbrauch eine Übersicht. Im Normalfall sollte hier das Display an erster Stelle stehen.

Apps

Nach diesen Grundlagen kommen wir zu den Apps. Der Link führt auf die jeweilige Market-Seite, von der aus sich die App direkt “over the air” auf dem Handy installieren lässt. Um im Market bezahlen zu können, muss man eine Kreditkarte in Google Checkout hinterlegen.

  • TweetDeck – mein momentaner Lieblings-Twitterclient
  • DoggCatcher oder BeyondPod – Podcast-Clients
  • DroidStats – Anruf-, SMS- und Datenstatistik
  • Dropbox – na, was wohl?
  • Pakete – Paketverfolgung (DHL, UPS, GLS, …)
  • S-Banking – Onlinebanking nicht nur für Sparkassenkunden (PIN/TAN)
  • Shazam – Musikerkennung, immer wieder beeindruckend
  • Wapedia – Wikipedia-Zugriff von unterwegs

Diese Liste ist natürlich nie komplett, aber für den Anfang sollte es reichen.

Fazit

Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen. Falls euch Fragen einfallen sollten, einfach in den Kommentaren posten. Viel Spaß mit eurem neuen Android-Telefon!